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Volvo F 12 Globetrotter mit Containeraufbau

"Nordsee-Brummi"

Im Jahr 1990 wollte ich etwas fahrbares, etwas das sich bewegt -

und so ich mich erinnerte daran, dass es in Herten einen Modellbauladen gab, der auch LKW-Modelle im Schaufenster stehen hatte. - Also nichts wie hin - . Der nette Ladenbesitzer klärte mich auch umfangreich auf und nannte diverse Preise ... . Nachdem mein Gesicht wegen eben dieser immer länger wurde, gab er mir den entscheidenden Tipp:

mini-Truck-Club Recklinghausen!

Er gab mir nach einigem Suchen die Adresse des ersten Vorsitzenden des
mTC Recklinghausen
.
Nun hatte ich nichts Eiligeres zu tun, als den Mann anzurufen und mich weiter zu informieren. Er gab mir die Adresse eines Vereinsmitgliedes, das in meiner Nähe wohnt.
Mit diesem Pfeife rauchenden Mann (der gerne Whisky trinkt und ein unheimlicher Bastler ist) vereinbarte ich ein Treffen. Als ich dort eintraf und mich in seinem Bastelzimmer umsah, bekam ich glänzende Augen. Nachdem ich ihm im Laufe unseres Gesprächs mein Problem geschildert hatte, gab er mir einen guten Rat: Schau doch mal im Reviermarkt unter der Sparte Modellbau nach, was ich dann auch tat.

Nach einigen Wochen des Studiums besagter Sparte fand ich nach vielen Telefo-
naten das meiner Meinung nach "töfte" Angebot:
Mercedes Tankzug mit Hänger, Fernsteuerung und diversem Zubehör zu verkaufen - Vhb. 2700,- DM.
Eilends rief ich den mini-Trucker wieder an und fragte ihn, ob er mit mir dorthin fahren könne. Zwei Stunden später waren wir auf dem Weg nach Hattingen.

Dort zeigte man mir dann den Mercedes Tankzug mit Hänger. Aber er gefiel mir nicht so recht, obwohl er fahrbereit war und auch schon einige Extras hatte. Ich interessierte mich vielmehr für einen Volvo Globetrotter mit Flachbettauflieger, der auch dort stand. Auf meine Frage in Bezug auf das Modell sagte man mir, dass das Modell noch nicht fertig sei und es darum etwas billiger zu erwerben wäre. - 2.300,- DM - . Ich sagte, dass ich es mir überlegen würde und mich wieder melde. Auf dem Weg nach Hause stand es nach einem Gespräch mit meinem kompetenten Mitfahrer fest, das ich das Modell kaufe.
Zuhause schlachtete ich mein Sparschwein sowie mein Sparkonto, fuhr zurück und handelte den Verkäufer auf 2.000,- DM herunter - mehr hatte ich nämlich nicht.
Schließlich fuhr ich mit meinem LKW sowie einigen Zusatzteilen im Kofferraum zurück.
Zuhause angekommen, lud ich erstmal den Akku - und dann geht das Spielen
los - dachte ich.

Als der Akku nach viermaligem Laden immer noch nicht bereit war, Strom zu liefern, war mir klar, dass etwas faul sein musste.
Die Geldausgaben für mein neues Hobby fingen mit dem Kauf eines neuen Akkus an.

ZUSATZFUNKTIONEN MUSSTEN HER!!

Ich wandte mich an den Mann, der mir schon beim Kauf meines Modells geholfen hatte.
Dieser teilte mir mit, dass

  • meine Fernsteuerung eine 35 MHz-Anlage sei und nur für Flugmodelle zugelassen wäre
  • sie sowieso nicht für das Modell geeignet sei.

FAZIT: neue Fernsteuerung kaufen!

Nachdem ich im Besitz einer solchen war und auch gleich zwei Schaltmodule mit je sechs Kanälen gekauft hatte, ging ich daran Licht, Hupe, Motorgeräusch, Nebel und Fernlicht usw. einzubauen. Nachdem ich das Modell soweit fertig gestellt hatte, stellte ich es dem mTC Recklinghausen vor und unterschrieb gleich einen Aufnahmeantrag. Das war 1990.

Bei der Gelegenheit kam ich mit den Clubmitgliedern ins Gespräch und erhielt einige wertvolle Verbesserungsvorschläge.

Dann kam die Intermodellbau Dortmund!!
Dort erstand ich einen Containeraufbau für meinen doch sehr mageren Auflieger.
Diesen schraubte ich zusammen und hatte ab sofort einen weißen Volvo F 12 Globetrotter mit Containeraufbau und Beleuchtung.

Nach einigen Wochen gefiel mir der schneeweiße Zug nicht mehr und ich machte mir Gedanken, wie man das ändern könnte. Eines Nachmittags sah ich auf der Autobahn einen Volvo F 12 Kühlsattel der Fa. Herta KG aus Herten.
Also verpasse ich meinem Auflieger einen roten Streifen - dachte ich.
Ich fuhr also zur Fa. Herta und trug mein Anliegen vor. Man war von meinem Modell begeistert und gab mir einige brauchbare Muster an Schriftzügen.
Diese übertrug ich im richtigen Maßstab und versah mein Fahrzeug damit. Dazu kam noch der lackierte Streifen und das Dekor für die Zugmaschine und fertig war der "Fleischwurstbomber", wie er im Club seitdem genannt wurde. Es folgten noch einige Schönheitskorrekturen und ich hatte ein schönes Modell.

Nach einigen Vorführungen und Vorstellungen, auch mit anderen Clubs, wurde mir klar, dass ich mit diesem doch so schönen Auto nicht in die engere Wahl um Funktion und Aussehen komme.

Daraus folgte: UMBAUEN!!

Bei einer Vorführung erhielt ich die Adresse eines Airbrush-Lackierers. Dieser Mann schaffte es in "nur" sechs Wochen mein schönes Auto total zu "versauen". Nachdem ich von meinen Clubkameraden eine andere Adresse bekommen hatte, ich diesem Lackierer meine Vorstellungen erklärt und meinen LKW dorthin gebracht hatte, war ich innerhalb von nur drei Tagen stolzer Besitzer des "NORDSEEBRUMMI".
Nun hatte ich zwar eine super Lackierung, aber ... .

Nachdem ich den LKW zusammengebaut hatte, häuften sich die elektrischen Ausfälle, die sich schon vorher angekündigt hatten.
Also gab ich wieder Geld aus und baute die Elektronik von Klaus Leimbach ein - es hat sich gelohnt!

Dann kam mir noch eine Idee!
Ich schickte einem auf der Insel Sylt ansässigen Geschäftsmann, den ich kannte, eine Beschreibung und einige Fotos meines Modells. Auf meine Anfrage, ob ich sein Firmenlogo benutzen dürfte, bekam ich grünes Licht. Nun fuhr ich Werbung für den Gosch Fischversand. Nach nochmaliger Zusendung einiger Fotos des fertig gestellten Modells bekam ich ein großzügiges Danke-schön-Präsent.

Ist doch toll - oder?

Mein Nordseebrummi stand auf seinen 18 Rädern und war zu allen Schandtaten bereit.

Das Fahrzeug gefiel 1999 einem Besucher der Intermodellbau Ausstellung in Dortmund so gut, dass ich bei dem mir gebotenen Kaufpreis nicht nein sagen konnte.
So verkaufte ich das Modell -

man will ja auch mal wieder was Neues bauen ... .

 

 

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